Am Hancockberg

huschen, die dunklen Gestalten - ah, das war ein Weißer! Wieder einer! Die Railtroublers hatten auf der andern Seite gestanden und flohen jetzt an mir vorüber.
Jetzt erst legte ich meinen Stutzen an. Fünfundzwanzigmal schießen zu können, ohne laden zu müssen, das war mir jetzt von Vorteil. Acht Schüsse gab ich ab, dann fand ich keine Ziele mehr. Die unverletzten Feinde waren geflohen; die Andern lagen am Boden oder versuchten, sich fortzuschleppen, aber es gelang ihnen nicht, denn sie wurden umstellt, und wer sich nicht ergab, der wurde niedergemacht.
Kurze Zeit später brannten zahlreiche Feuer draußen vor der Mauer, und man konnte die schauerliche Ernte sehen, welche der Tod in so kurzer Zeit gehalten hatte. Ich mochte nichts sehen, gar nichts. Ich wandte mich ab und ging nach der Wohnung des Colonels. Kaum hatte ich mich dort niedergesetzt, so trat auch Winnetou ein. Ich blickte ihm erstaunt entgegen.
»Mein roter Bruder kommt?« fragte ich. »Wo hat er die Skalpe seiner Feinde, der Sioux-Ogellallah?«
»Winnetou wird keinen Skalp mehr nehmen,« antwortete er. »Seit er die Musik vom Berge herab gehört hat, tötet er den Feind, aber läßt ihm die Haarlocke seines Hauptes. Howgh!«
»Wie viele hat der Apache getötet?«
»Winnetou zählt nicht wieder die Häupter der Gefallenen. Warum soll er zählen, da sein weißer Bruder keinen tötet!«
»Woher weißt du das?«
»Warum schwieg das Gewehr meines Freundes Schar-Iih, bis die weißen Männer an ihm vorüberflohen? Und warum schoß er diese nur in das Bein? Nur diese allein hat Winnetou gezählt. Es sind ihrer acht. Sie liegen draußen und sind gefangen, denn sie konnten nicht entkommen.«
Diese Zahl stimmte; ich hatte also gut getroffen und meinen Zweck erreicht, einige der Railtroublers in unsere Hand zu bekommen. Vielleicht war Haller dabei. Vom Uebrigen mochte ich nichts sehen, denn ich war ja ein Mensch und ein - - Christ!
Es dauerte nicht lange, so trat Walker herein.
»Charles, Winnetou, kommt heraus! Wir haben ihn!« rief er.

Kapitel
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> Die Railtroublers
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> Am Hancockberg
> Das Testament des Apachen
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