Am Hancockberg

»Das ist J-akom akono, die >Prairie des Blutes< in der Sprache der Tehua,« erklärte Winnetou, ohne in seinem schnellen Ritte anzuhalten.
Das war also die fürchterliche Prairie des Blutes, von der ich so viel gehört hatte! Hierher hatten die vereinigten Stämme der Dakota ihre Gefangenen gebracht, losgelassen und zu Tode gehetzt. Hier waren Tausende von unschuldigen Schlachtopfern den Tod des Pfahles, des Feuers, des Messers, des Eingrabens gestorben. Hierher wagte sich kein fremder Indianer oder gar Weißer, und wir ritten über diese Ebene des Fluches so unbesorgt, als ob wir uns auf dem friedlichsten Boden befänden. Unser Führer dabei konnte nur ein Winnetou sein!
Schon begannen unsere Pferde vom Jagen zu ermüden. Da hob sich vor uns langsam eine isolierte Höhe empor, welche aus mehreren zusammengeschobenen Bergen zu bestehen schien. Wir erreichten den mit Wald und Buschwerk besetzten Fuß derselben und ließen dort die Pferde rasten.
»Das ist der Berg Hancock,« bemerkte Winnetou.
»Und die Höhle?« fragte ich.
»Sie ist auf der andern Seite des Berges. In einer Stunde wird sie mein Bruder sehen. Er folge mir, lasse aber seine Gewehre zurück.«
»Ich allein?«
»Ja. Wir sind hier am Orte des Todes. Nur ein fester Mann wird bestehen. Unsere Brüder mögen sich unter den Bäumen verbergen und warten!«
Der Berg, an dessen Fuße wir uns befanden, war ein vulkanisches Gebilde von der Breite von vielleicht dreiviertel Stunden. Ich legte die Büchse und den Stutzen ab und folgte Winnetou, welcher an der westlichen Seite des Berges emporzusteigen begann. Er hielt in kurzen Schlangenlinien nach dem Gipfel zu. Es war ein sehr beschwerlicher Weg, und mein Führer legte ihn mit einer Vorsicht zurück, als ob er hinter jedem Strauche einen Feind zu erwarten habe. So dauerte es wirklich eine Stunde, bis wir ganz oben an der Spitze anlangten.
»Mein Bruder sei ganz still und unhörbar!« flüsterte er, indem er sich auf den Bauch legte und zwischen zwei Büschen langsam hindurchkroch.

Kapitel
> An der großen Westbahn
> Die Stakemen
> Unter den Comanchen
> In Californien
> Die Railtroublers
> Helldorf-Settlement
> Am Hancockberg
> Das Testament des Apachen
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