Die Railtroublers

»Raucht, soviel Ihr wollt, Master!« antwortete ich. »Ich werde Euch Gesellschaft leisten. Wollt Ihr Euch eine von meinen Zigarren anstecken?«
»Danke, Sir!« meinte er. »Diese Dinger, welche man Zigarren nennt, sind mir zu nobel. Ich halte es mit meiner Pfeife.«
Er hatte nach Trapperart die kurze, schmierige Pfeife an einer Schnur am Halse hängen. Als er sie gestopft hatte, beeilte ich mich, ein Hölzchen hervorzulangen; er aber schüttelte abwehrend mit dein Kopfe, griff in die Tasche seines Pelzes und brachte eines jener Prairien-Feuerzeuge zum Vorschein, welche Punks genannt werden und trockenen Baummoder als Zunder enthalten.
»Auch so eine noble Erfindung, diese Zündhölzer, die nichts für die Savanne taugen,« bemerkte er. »Man darf sich nicht verwöhnen.«
Damit war das kurze Gespräch beendet, und er schien nicht die mindeste Lust zu haben, ein neues anzuknüpfen. Er rauchte ein Kraut, dessen Duft mich sehr lebhaft an Walnußblätter erinnerte, und widmete dabei der Gegend seine ganze Aufmerksamkeit. So erreichten wir die Station >Nordplatte< an dem Vereinigungspunkte des Nord- und Südplatte-Stromes, Hier stieg er für kurze Zeit aus und machte sich an einem der vorderen Wagen zu schaffen. Ich bemerkte, daß sich in demselben ein Pferd befand, welches jedenfalls ihm gehörte.
Als er wieder eingestiegen war und der Zug sich in Bewegung gesetzt hatte, beobachtete er sein bisheriges Schweigen, und erst als wir am Nachmittage in Cheyenne am Fuße der Black Hills hielten, fragte er:
»Geht Ihr von hier aus vielleicht mit der Koloradobahn nach Denver zu, Sir?«
»Nein,« antwortete ich.
»Well, so bleiben wir Nachbarn.«
»Fahrt Ihr sehr weit mit der Pacific?« fragte ich ihn.
»Hm! Ja und nein - wie es mir einfällt. Und Ihr?«
»Ich möchte am liebsten nach Ogden City.«
»Ah! Ihr wollt die Mormonenstadt sehen?«
»Ein weniges, und dann hinauf nach den Windriverbergen und den Tretons.«

Kapitel
> An der großen Westbahn
> Die Stakemen
> Unter den Comanchen
> In Californien
> Die Railtroublers
> Helldorf-Settlement
> Am Hancockberg
> Das Testament des Apachen
> Nachwort
> Impressum
> Datenschutz

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