 | Die Railtroublers »Später. Erst müßt Ihr einmal schießen. Holt Euer Gewehr!«
Dieses kleine Intermezzo gab mir Spaß. Ich hätte dem Manne einfach sagen können, daß ich Old Shatterhand sei, zog aber vor, es zu verschweigen. Ich ging also zum Waggon, um die Decke zu holen, in welche meine Gewehre gewickelt waren. Man bemerkte dies, und sofort schlossen die Passagiere einen Kreis um uns Beide. Der Amerikaner und besonders der Bewohner des Westens läßt sicherlich keine Gelegenheit, ein Gewehr abschießen zu sehen, unbenutzt vorübergehen.
Ich schlug die Decke auseinander.
»Behold, ein Henrystutzen!« rief der Dicke. »Ein wirklicher, richtiger Henrystutzen! Wie viele Schüsse hat er, Sir?«
»Fünfundzwanzig.«
»Ah, das ist viel. Das ist eine fürchterliche Waffe in der Nähe. Mann, um dieses Gewehr beneide ich Euch!«
»Diese Büchse ist mir noch lieber.«
Bei diesen Worten nahm ich meinen schweren Bärentöter empor.
»Pshaw! Ein glattes, gut geputztes Schießeisen!« meinte der Dicke geringschätzig. »Ich lobe mir eine alte, rostige Kentuckybüchse oder meinen alten Schießprügel da!«
»Wollt Ihr Euch nicht einmal die Firma ansehen, Sir?« fragte ich ihn, indem ich ihm das Gewehr entgegenstreckte.
Er warf einen Blick auf die Gravierung und fuhr überrascht zurück.
»Verzeiht, Sir,« rief er; »das ist etwas ganz Anderes. Solche Büchsen gibt es nicht sehr viele mehr. Ich habe gehört, daß Old Shatterhand eine hat. Aber wie kommt denn Ihr zu einem solchen Meisterstücke? Oder ist der Stempel nachgemacht? Hm, ja, so wird es wohl sein, denn dieses Gewehr sieht nicht aus, als ob man schon viele Male daraus geschossen hätte!«
»Wir wollen es probieren. Gebt einmal an, was ich schießen soll, Sir!«
»Ladet erst neu!«
»Pah, das ist nicht notwendig. Die Schüsse stecken trocken.« |
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