 | In Californien »So!« meinte der Ranchero. »Jetzt bringt mir einen Stuhl herbei; die Pferde, auch die der Gefangenen, werden an die Balken gebunden, und dann können wir beginnen.«
Wir störten die Leute nicht im mindesten in der Vollziehung dieser Befehle; durch die Entfernung der Pferde erhielten wir den nötigen Raum, und natürlich hatten wir nicht die mindeste Angst vor dem zu beginnenden Gerichtsverfahren.
Es wurden aber drei Stühle gebracht. Auf dem mittelsten nahm Don Fernando Platz, und ihm zur Seite setzten sich Sennora Eulalia und Sennorita Alma in ihren vorhin beschriebenen amtsrichterlichen Talaren nieder. Wir selbst hatten uns in eine Gruppe zusammengezogen und wurden von den Vaqueros in das Zentrum genommen.
»Ich werde euch zunächst nach euren Namen fragen,« begann der Ranchero. »Wie heißest du?«
»Bob,« antwortete der Neger, an den die Frage gerichtet war.
»Ein richtiger Spitzbubenname. Und du?«
»Winnetou.«
»Winnetou? Ein gestohlener Name, denn so heißt der größte und berühmteste Indianerhäuptling, den es nur geben kann. Und du?«
»Marshall.«
»Siehst du, daß er auch seinen Namen hat!« schaltete schnell die Sennorita ein, indem sie sich zu ihrer Mutter wandte.
»Ein Yankeename,« meinte der Ranchero, »und diese taugen alle nichts. Und du?«
»Sans-ear.«
»Auch ein gestohlener Name, denn so heißt ein alter Jäger, der weit und breit als der tapferste Jäger und berühmteste Indianerfeind bekannt ist. Und du?«
»Old Shatterhand.«
»Wieder gestohlen. Ihr seid nicht nur Räuber, sondern auch freche Lügner!«
Ich trat ein wenig vor, so daß ich hart neben den rohen Vaquero zu stehen kam, der Bernard mit dem Lasso geschleift hatte und einen Denkzettel verdiente.
»Wir lügen nicht. Soll ich es Euch beweisen?«
»Beweise es!« |
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