»Ist das wirklich Euer Wunsch, Sennor?« flötete sie mit einer Stimme, welche genau so klang, als ob ihre Stimmritze zwischen zwei Scheuerbürsten angebracht sei.
»Es ist unser voller Ernst, Donna Eulalia! Zwar sind wir eigentlich nicht in der Lage, einer Dame von Euren Vorzügen unsere Aufwartung zu machen, denn wir befinden uns bereits seit Monaten im wilden Westen; aber die Güte ist ja der schönste Schmuck des weiblichen Geschlechtes, und so hoffen wir, daß Ihr unsere Bitte erhören werdet!«
»Seid Ihr wirklich die Männer, deren Namen Ihr Euch gegeben habt?«
»Wirklich!«
»Hört Ihr es, Don Fernando de Venango y Gajalpa? Diese berühmten Sennores haben mich zur Richterin über sie gesetzt. Ihr wißt, daß ich keinen Widerstand dulde. Seid Ihr's zufrieden?«
Er machte eine sehr saure Miene, schien aber seiner Donna keineswegs gewachsen zu sein und war wohl auch froh, wieder freien Atem schöpfen zu können.
»Uebernehmt das Amt, Sennora Eulalia! Ich bin überzeugt, daß Ihr die Bursche hängen werdet.«
»Je nach ihren Verdiensten, Don Fernando de Colonna e Molynares!«
Dann wandte sie sich zu mir:
»Sprecht, Sennor; ich gebe Euch das Wort!«
Ach setze den Fall, Donna Eulalia, Ihr wäret ein hungriger, müder Reisender und fändet in der Savanne eine Kuh, deren Fleisch Euren Hunger stillen könnte. Dürftet Ihr diese Kuh töten, wenn Ihr das Fell derselben Ihrem Besitzer lassen wolltet?«
»Natürlich; so ist es ja überall der Brauch!«
»Nein, so ist es nicht überall der - - -« wollte der Ranchero einfallen; sie aber unterbrach ihn schnell:
»Still, Don Fernando! Ich habe jetzt hier zu befehlen, und Ihr dürft nur dann sprechen, wenn ich Euch dazu auffordere!«
Er legte sich mit Resignation in den Stuhl zurück. Auch aus den Mienen der Vaqueros ließ sich schließen, daß Sennora Eulalia die eigentliche Gebieterin des Rancho sei. |