»Das war unser ganzes Verbrechen, Donna,« fuhr ich fort. »Da kam dieser Vaquero, welcher hier am Boden liegt, warf den Lasso über Sennor Marshall, der hier vor Euch steht, und riß ihn mit sich fort. Er hätte ihn getötet, wenn ich das Pferd des Vaquero nicht niedergeschossen hätte!«
»Märshall! Dieser Name ist mir teuer. Ein Sennor Marshall, Allano Marshall, wohnte bei meiner Schwester in San Francisco.«
»Allan Marshall? Vielleicht aus Louisville in den Vereinigten Staaten?« rief ich verwundert.
»Natürlich, natürlich; dieser und kein Anderer ist es! Kennt lhr ihn?«
»Freilich! Dieser Sennor Bernard Marshall, Juwelier aus Louisville, ist sein Bruder.«
»Santa Lauretta! Ja, das stimmt! Juwelier war er, und er hatte einen Bruder, welcher Bernardo heißt. Alma, dein Herz hat dich nicht getäuscht. Kommt in meine Arme, Sennor Bernardo, denn Ihr seid mir willkommen!«
Dieser plötzliche Freudenerguß entbehrte allerdings ein wenig der Erklärung, und obgleich Bernard hoch erfreut war, so unerwartet eine Kunde vom Gesuchten zu erhalten, zog er es doch vor, nur die Hand der Sennora leise in die Gegend zu bringen, in welcher sich seine Lippen befanden, die Umarmung aber zu unterlassen.
»Ich bin hierher gekommmen,« meinte er dann, »nur um meinen Bruder zu suchen. Wo befindet er sich jetzt, Donna Eulalia?«
»Alma, meine Tochter, war bei meiner Schwester. Als sie hierher zurückkehren mußte, bereitete er sich vor, nach den Minen zu gehen. Sind diese alle Eure Freunde, Sennor Bernardo?«
»Alle! Ich habe ihnen viel, sehr viel, sogar die Freiheit und das Leben zu verdanken. Dieser Sennor Old Shatterhand hat mich vom Tode des Verschmachtens, aus der Hand der Pfahlmänner und aus der Gefangenschaft der Comanchen befreit.«
Sie schlug aufs neue ihre Hände zusammen.
»Ist's möglich! Solche Abenteuer habt Ihr erlebt? O, |