 | In Californien Wir übergaben unsere Pferde dem Horsekeeper, welcher sie in einen kleinen Schuppen brachte; wir selbst aber traten in die Gaststube, die trotz ihrer ungeheuren Größe doch so voll war, daß wir kaum einen Tisch für uns zu erobern vermochten. Ein Barkeeper hatte uns bemerkt und kam herbei. Wir bestellten - jeder nach seinem Appetite, und als das Verlangte gebracht wurde, begannen auch sofort meine Erkundigungen-
»Ist Master oder Sennor Henrico Gonzalez zu sprechen?«
»Yes, Sir. Wünscht Ihr ihn?« lautete die Antwort.
»Ja, wenn ich bitten darf!«
Ein hoher, ernster Spanier kam auf uns zu und stellte sich als Sennor Henrico vor.
»Könnt Ihr uns nicht sagen, ob ein gewisser Allan Marshall noch bei Euch boardet?« fragte ich ihn.
»Weiß nicht, Sennor; kenne ihn nicht; kenne keinen; bekümmere mich überhaupt ganz und gar nicht um die Namen meiner Gäste. Das gehört zum Ressort der Sennora.«
»Ist diese zu sprechen?«
»Weiß auch nicht. Müßt einmal eins der Mädchen fragen!«
Damit wandte er sich ab. Er schien zur Sennora in ganz demselben Verhältnisse zu stehen, wie der Ranchero Fernando de Venango zu Donna Eulalia, ihrer Schwester. Ich erhob mich also und steuerte derjenigen Himmelsrichtung zu, aus welcher sich ein höchst einladender Bratenduft über das ganze Etablissement verbreitete. Dabei traf ich wirklich auf eine kleine, schlanke Frauensperson, welche mit irgend etwas in der Hand vorbeihuschen wollte. Ich ergriff sie beim Arm und hielt sie fest.
»Wo ist die Sennora, meine Kleine?«
Ihre dunklen Augen blitzten mich zornig an.
»Vous êtes un âne!«
Aha, eine Französin! Sie riß sich höchst indigniert los und eilte fort. Ich steuerte weiter. An der Ecke eines Tisches traf ich mit einer zweiten Hebe zusammen.
»Mademoiselle, wollen Sie mir wohl sagen, ob die Sennora zu sprechen ist?«
»I am not mademoiselle!«
Weg war sie. Also eine Engländerin oder Amerikanerin!
Aber wenn ich so der Reihe nach alle Nationalitäten durchzu- |
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