Die Briefe waren an Bernards Vater adressiert, da Allan noch gar nicht wußte, daß derselbe ermordet worden war. Bernard zog das Geld eilig hervor, aber dennoch sah ich ihm an, daß es ihm wenigstens eigentümlich schien, eine Unterschlagung, die ihn jedenfalls sehr geschädigt hatte, noch mit einer solchen Summe belohnen zu müssen. Buller steckte das Geld mit höchst befriedigter Miene zu sich und wollte das Tuch zusammenschlagen. Da sahen wir Beide etwas Goldenes blinken, und sofort griff Bernard zu. Es war eine Uhr, die in einer gediegenen Goldkapsel stak.
»Was wollt Ihr mit meiner Uhr?« fragte Buller.
»Sie einmal öffnen, um zu sehen, welche Zeit wir haben,« antwortete Marshall.
»Sie ist nicht aufgezogen,« meinte er, indem er hastig danach griff. »Gebt sie her, Sir!«
»Halt!« antwortete ich und packte seinen Arm fest. »Wenn sie auch steht, werdet wenigstens Ihr vielleicht erfahren, welche Stunde es geschlagen hat!«
»Allans Uhr!« rief Bernard.
»Wirklich? Wie kommt diese Uhr in Euere Hand, Mann?« fragte ich.
»Geht Euch das etwas an?« fragte er trotzig, indem er sich zu befreien suchte.
»Allerdings, denn dieser Gentleman ist der Bruder des Mannes, dem sie gehört hat. Also wie kommt Ihr zu der Uhr von Master Marshall?«
Der Mann befand sich in wirklicher Verlegenheit.
»Er hat sie mir geschenkt,« antwortete er.
»Das ist eine Lüge!« entgegnete Bernard. »Seht diese Steine, Charley! Eine Uhr für dreihundert Dollars schenkt man seinem Diener niemals.«
»'Well, Bernard; sucht einmal hier nach! Ich werde diesen Mann einstweilen festhalten.«
Ich hielt Buller an beiden Armen fest. Er suchte sich loszureißen, es gelang ihm aber nicht.
»Wer seid Ihr? Wer gibt Euch das Recht, in meinem Zelte eine Durchsuchung zu veranstalten? Ich werde um Hilfe rufen und Euch lynchen lassen!« rief er aus. |