darauf an, ob wir Euch als einen verstockten oder reumütigen Menschen behandeln sollen. Also, Ihr kanntet Morgan schon früher?«
»Er ist ein Verwandter von mir.«
»Und hat Euch in Louisville besucht?«
»Ja.«
»Weiter! Ich habe nicht Lust, eine Menge Fragen zu tun, da Ihr auch ohne dieselben reden könnt.. Denkt an den Revolver!«
»Wenn Master Marshall weggeht, werde ich alles erzählen!«
Ich mußte die Gefühlsregung des so unverhofft entdeckten Verbrechers berücksichtigen.
»Ihr sollt Euern Willen haben!«
Ich winkte Bernard, welcher sich entfernte, aber, wie ich wohl bemerkte, in einem Bogen wieder zurückkehrte und sich im Rücken des Gefangenen hinter den Stamm eines Baumes stellte. Ich hätte in diesem Augenblick in sein Herz blicken mögen.
»Nun also!«
»Morgan besuchte mich öfters, und ich ließ mich überreden, mit ihm zu spielen.«
»Er besuchte Euch in Eurer Privatwohnung?«
»Ja, nie im Geschäfte. Ich gewann und spielte leidenschaftlich weiter. Dann verlor ich, mehr und mehr, bis ich ihm mehrere tausend Dollars schuldig wurde. Ich konnte sie nicht bezahlen, und da drohte er mir mit der Anzeige, denn ich hatte ihm Wechsel mit der falschen Unterschrift meines Prinzipals gegeben. Ich konnte mich nicht anders retten, ich mußte ihm mitteilen, wo sich der Schlüssel zum Laden befand.«
»Ihr wußtet, was er dort wollte?«
»Ja. Wir wollten teilen und dann nach Mexiko gehen. Vorher aber mußten wir uns trennen, aus Vorsicht wegen der Verfolgung, und er bestimmte mir die Zeit, in welcher ich ihn in Austin treffen würde.«
»Ihr sagtet ihm, daß Euer Prinzipal stets einen Hauptschlüssel bei sich trage?«
»Ja; aber ich dachte nicht, daß er ihn ermorden werde. Er sagte, daß er ihn nur betäuben wolle. Wir lauerten den Prinzipal ab, doch anstatt ihn nur zu schlagen, stach er ihn nieder. |