Die Unsrigen hörten natürlich, daß sich etwas Ungewöhnliches nahe, und hatten sich erhoben. Noch heut kann ich mir den Gesichtsausdruck der beiden Ehrenmänner vergegenwärtigen, als sie, durch die letzten Büsche tretend, den Indianer erkannten, dem sie am Rio Pecos nachgesprungen waren. Beinahe mußte ich hell auflachen.
»Hoblyn!« rief Conchez, seinen früheren Gefährten erkennend.
»Hoblyn?« fragte der Capitano. »Wahrhaftig! Wie kommst du in die Sierra Rianca, und wer sind diese Leute hier?«
Ich trat von hinten näher an ihn heran und klopfte ihm auf die Achsel.
»Bekannte, lauter Bekannte sind's, Capitano. Tretet näher, nehmt Platz, und macht es Euch bequem!«
»Wer seid Ihr, Sennor?« fragte er mich.
»Ich werde Euch diese Männer vorstellen und komme also zuletzt daran. Dieser schwarze Master heißt Bob und war der beste Freund eines gewissen Master Williams, den Ihr ja wohl gekannt habt. Dieser weiße Gentleman ist ein Herr Marshall aus Louisville, der einige Worte mit den Morgans zu reden hat, die Euch die Eier aus dem Neste nehmen wollen. Dieser braune Monseigneur heißt Winnetou; Ihr habt den Namen wohl schon einmal gehört, und ich will also über ihn keine lange Rede halten. Dieser Gentleman hier wird gewöhnlich Sans-ear genannt, und mich heißt man zuweilen Old Shatterhand.«
Der Mann war vor Schreck so verblüfft, daß er keine Worte fand und nur den Ruf zu stammeln vermochte:
»Ist's - möglich?«
»Sehr! Setzt Euch, und macht es Euch so bequem, wie ich es mir machte, als ich Euch im Hide-spot belauschte. Ich lag hart hinter Euch und nahm mir Eure Pistole als Andenken mit. Vorgestern lag ich wieder bei Euch, als Ihr die Comanchen belauscht und Eure Herzen gegeneinander ausgeschüttet habt. Bob, nimm diesen beiden Mesch'schurs einmal die Waffen ab, und binde ihnen die Hände und Füße ein wenig zusammen!«
»Sennor - -!« fuhr der Capitano auf. |