 | Unter den Comanchen Bob band ihn los, und während wir ihn vor den Läufen unserer Büchsen behielten, vollbrachte er den ihm gewordenen Befehl mit einer Bereitwilligkeit, wie sie nur der wirklich hartgesottene Sünder zeigen kann. Er sah sich verloren, und es war ihm ganz sichtlich eine Genugtuung, vorher an seinen früheren Gefährten den Henkerdienst zu verrichten. Diese waren so fest gebunden, daß sie sich nicht im mindesten zu wehren vermochten. Sie versuchten dies auch gar nicht, und dennoch mußte ich mich abwenden; ich konnte den Blick unmöglich auf die Stätte richten, welche zwei Menschen eines zwar zehnfach verdienten, aber immerhin gewaltsamen Todes sterben sehen sollte.
In zwei Minuten war es vorüber. Patrik ließ sich wieder binden; es gab ja keine andere Wahl für ihn.
»Wer sind nun diese zwei Bleichgesichter?« fragte Winnetou.
»Sie sind Vater und Sohn.«
»Wessen klagen meine Brüder sie an?«
»Ich klage sie an des Mordes an meinem Weibe und meinem Kinde,« antwortete Sam.
»Ich klage den Vater an des Raubmordes an meinem Vater,« fügte Bernard hinzu.
»Und ich klage an den Vater des Raubüberfalles eines Bahnzuges und des Mordes eines Bahnbeamten,« beendigte ich. »Ich klage den Sohn an des Mordversuches an mir und Euch. Es ist genug, wir brauchen das Uebrige gar nicht zu rechnen!«
»Mein weißer Bruder hat recht gesagt: es ist genug. Sie sollen sterben. Der schwarze Mann möge sie töten!«
»Halt!« rief da Sam. »Das gebe ich nicht zu. Ich bin ihnen gefolgt seit vielen Jahren; das, was sie mir getan haben, ist ihr ältestes Verbrechen; sie sind mein, und ich lasse sie keinem Andern. Ihr Leben gehört mir, und ihre Kerben kommen auf meine Büchse. Dann ist Sans-ear zufrieden, und er und seine alte Tony mögen Ruhe finden in irgend einer Kluft des Gebirges oder draußen in der Prairie, wo die Gebeine von tausend Jägern bleichen!«
»Das Verlangen meines Bruders ist gerecht; er möge die Mörder nehmen aus den Händen der Andern!«
»Sam,« - sagte ich leise, indem ich mich zu ihm neigte, |
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