 | Unter den Comanchen großes Herz; er ist nicht wie die andren Bleichgesichter. Aber hat er nicht eine doppelte Zunge?«
»Ich rede stets die Wahrheit. Will mein roter Bruder mir gehorchen, bis wir vor dem Angesichte To-kei-chuns stehen?«
»Ma-ram will es!«
»So nehme er das Feuer des Friedens aus meiner Hand; es wird ihn verzehren, wenn er seine Worte nicht hält!«
Das Versteck meines Pferdes befand sich in der Nähe. Ich holte das Tier herbei und nahm aus der Satteltasche zwei von den Strohzigaretten, die ich mir aus den Vorräten des Hide-spot angeeignet hatte. Ein Streichholz gab es auch, und so wurden die dünnen >Habanos<, nachdem ich den Indianer von seinen Fesseln befreit hatte, in Brand gesteckt und unter den gebräuchlichen Formalitäten geraucht.
»Haben die Bleichgesichter keinen großen Geist, der ihnen Ton zu einem Calumet wachsen läßt?« fragte Ma-ram.
»Sie haben einen Geist, der größer ist, als alle Geister; er hat ihnen viel Ton gegeben, aber sie rauchen die Pfeife nur in ihrem Wigwam, denn er lehrte sie, den >Rauch des Friedens zu essen< aus diesen Zigarren, die nicht so viel Platz brauchen, wie die Pfeife.«
»Uff! Si-karr? Der große Geist der Bleichgesichter ist klug! Diese Si-karr kann leichter getragen werden, als das Calumet.«
Bob zog ein sehr verwundertes Gesicht darüber, daß ich jetzt so gemütlich und ganz in der Nähe so furchtbarer Feinde Zigarren mit einem Indianer rauchte, den er erst auf das Pferd hatte binden sollen.
»Massa, auch Bob wollen rauchen mit Frieden!« sagte er,
»Hier hast du eine Zigarre, aber rauche sie zu Pferd, denn wir müssen aufbrechen!«
Der Comanche suchte sich sein Pferd aus und schwang sich auf. Wie ich die Indianer bisher hatte kennen gelernt, brauchte ich nicht die mindeste Sorge zu haben, daß er mir entfliehen werde. Ein zweites Pferd bestieg Bob, allerdings nach vieler Mühe. Die übrigen band ich auseinander und koppelte sie dann mit den Zügeln zusammen, so daß ich sie gut an der Hand zu führen vermochte. Dann stieg ich auf meinen Mustang, und der Marsch begann. |
 |  |
 |