natürlich mit der außerordentlichsten Spannung erwartet worden, und als ich allein eintrat, war dies ihnen ein Zeichen, daß die Sache nicht sehr schlimm abgelaufen sein könne.
»Nun?« fragte Bernard, den die Wißbegierde keinen Augenblick warten ließ.
»Wurden Euch Eure Diamanten oder Papiere abgenommen?«
»Nein. Warum?«
»Weil Ihr sie sonst wieder erhalten müßtet. Wir sind auf sechs Stunden frei!«
»Frei, Massa?« rief Bob. »Oh, ah, frei sein Bob und Massa Bern'. Aber bloß sechs Stunden, dann wieder fangen Indian' Massa Bern' und Bob!«
»Well,« meinte Sam, »das ist Alles, was wir nur wünschen können. Das war ja eine ganz verteufelte Patsche, in die wir da zum Beispiel hineingeraten sind! Aber, wie steht es mit der Tony?«
»Die bekommst du, und dazu Alles, was dir gehört. Auch Winnetou erhält sein Pferd. Die andern Tiere aber sind zu angegriffen, und obgleich ich meinen braven Mustang nicht gern fortgebe, habe ich mir doch ausbedungen, unter den Pferden der Häuptlinge drei für uns auswählen zu dürfen.«
»Heigh-day, Charley,« lachte Sam; »sechs Stunden Vorsprung und fünf gute Pferde, das ist genug für solche alte Seekers, wie wir sind. Denn daß du dir keine Ziegenböcke aussuchen wirst, das will ich ganz gewißlich meinen!«
Jetzt ging es nicht anders, ich mußte ihnen wenigstens kurz erzählen, was ich seit unserer gewaltsamen Trennung erlebt hatte. Noch war ich damit nicht fertig, so ertönte draußen ein Ruf. Ich trat hinaus und sah die Alte, aus deren Topf ich zweimal gegessen hatte,
»Das Bleichgesicht mag kommen!«
»Wohin?«
»Zu Ma-ram.«
Das war eine sonderbare Botschaft. Ich verständigte erst meine Gefährten und folgte ihr dann. Sie führte mich zu der Hütte, welche meiner gestrigen Wohnung gegenüber lag. Vor derselben hielten zwei Pferde, auf deren einem Ma-ram saß. |